Freiheit für Schnute und Maxi

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Update: Kampagne gegen den Berliner Bärenzwinger

Über Jahrzehnte haben Tierschutzvereine aus ganz Deutschland die Beendigung der Haltung von lebenden Bären im historischen Berliner Bärenzwinger gefordert. Im Herbst 2012 gründete sich schließlich das Berliner Bärenbündnis, ein Zusammenschluss verschiedenster Tierschutzorganisationen, um die Umsiedlung der letzten beiden Bärinnen, Mutter Schnute und Tochter Maxi, in einen Bärenpark zu erwirken.
Gemeinsam demonstrierten die Verbände vor dem Zwinger, dem Rathaus, sorgten mit der Besetzung des Zwingers bundesweit für Schlagzeilen, erstatteten Strafanzeige gegen den untätigen Amtsveterinär und sammelten 23.000 Unterschriften für die Befreiung von Maxi und Schnute. Noch während der Kampagne zu ihrer Rettung, starb Bärin Maxi am 23.08.2013 überraschend. Verschiedene Auffangstationen boten an die überlebende Bärin Schnute kostenlos zu übernehmen, um ihr einen Lebensabend in Würde zu ermöglichen.
Doch entgegen jeglicher Tierschutzbelange, des öffentlichen Interesses und rationaler wirtschaftlicher Erwägungen, entschied die Berliner Bezirksverordneten-Versammlung am 20. Februar 2014, dass Schnute bis zu ihrem Tod im Berliner Bärenzwinger bleiben muss.
Wir haben unser Unverständnis und unsere Empörung über diesen tierschutzwidrigen Beschluss in aller Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht. Aufgrund der Endgültigkeit dieser Entscheidung sehen wir jedoch keine Möglichkeit, mit weiteren Protesten noch eine Befreiung von Schnute zu erwirken. Dennoch gilt unser Angebot fort, wir sind jederzeit bereit Schnute kostenlos zu übernehmen und ihr einen würdigen Lebensabend in einer Auffangstation zu ermöglichen.

Mitten in der Bundeshauptstadt Berlin fristen die beiden Braunbären Schnute und Maxi ein tristes Dasein. In einem veralteten Bärenzwinger werden sie als lebendige Wahrzeichen der Stadt gefangen gehalten.

Umgeben von einer mit riesigen Eisendornen gesäumten Mauer, trotten sie nun schon ihr ganzes Leben auf zwei winzigen Plattformen auf und ab. Ein paar Schritte hin, ein paar Schritte zurück. Alu-Bierfässer, Autoreifen und eine Art Planschbecken sollen als Abwechslung dienen. Artgerecht sieht anders aus. Es ist wenig verwunderlich, dass selbst Laien Verhaltensstörungen bei den Tieren erkennen können.

Seit Jahren fordern Tierschützer ein Ende dieser archaischen Bärenhaltung. Doch da der Bärenzwinger unter Denkmalschutz steht ist eine Vergrößerung ausgeschlossen. Auch Angebote verschiedener anerkannter Bärenauffangstationen Schnute kostenlos aufzunehmen wurden vom Bezirk Mitte, dem Eigentümer des Bärs, bislang abgelehnt.

Das könnte sich jetzt ändern. In Kürze wird ein neues Säugetiergutachten erscheinen, das größere Gehegemaße für Bären festschreibt. Zudem geht eine beiden zuständigen Tierpflegerinnen in Rente. Allein ihre Gehälter kosten den Bezirk 28.000 Euro jährlich. Am 22. November soll daher das Thema Bärenzwinger in der Bezirksverordneten-Versammlung behandelt werden.

Damit besteht jetzt die Chance, dass der Bezirk die Bärenhaltung angesichts der neuen Rechtslage, der hohen Kosten und der fehlenden finanziellen Mittel aufgibt. Schnute  könnte dann in eine Auffangstation gebracht werden und ihren Lebensabend in einem weitläufigen naturnahem Gehege beschließen.

Um dies zu erreichen haben Tierschutzvereine aus ganz Deutschland das Berliner Bärenbündnis gegründet. Gemeinsam wollen wir erreichen, dass Schnute endlich aus dem Berliner Bärenzwinger befreit wird.

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